Vertrag zwischen
Sophia von Lintelo und Jasper Mumm 1566
[HStA Düsseldorf, RKG M 1745 I, f.56V-58R]
[Bocholt 1566 Feb 2]
"Wy Henrich then Haede Und Derick Witenhorst, Scheppen ter tith tho Bocholte, doenn kundich, bekennen und betuigen vermittels dusserem versiegeltem Brieve, vor jedermennichlichen,
datt vor unß erschienen der Erntvester und Erber Jasper Mumm, Claiß Son, an einer, und die Ehr- und Dogentsame Junffer Sophie von Lintelloe und mith oihr Frantz Naeldenn, oihrem hiertho upgenomenen und gestadeter Mumber, von der ander siedenn, und habben alßdoe die beden partenn vor sich und ihren Erven, Bekandt und angegevenn, und gedachte Junffer von Lintelloe, vermittelß consent und auctoriteit ihres Mumberß vorg[erurt],
dat nachdem gemelter Mumm sie, Junffer von Linteloe, hierthobevoir beschlaiffen und und geschwengert, dat derwegen dan sie beide partenn, under sich, der Swangherung und des gehabten twists wegen und gebrechen halbern, soe sunst lange tuschen innen gestanden, sich guitlichen verdragen unnd entlichenn vergeleicht hetten wie folgt:
Nembtlichen, dat er Mumm, erstlichen sall und well pflicht sein, Soebalde gerurte Junffer von Lintelloe eynen Manne Ehelichen vertreuwet, und darvuer in den Ehestandt, vermailt wirt, und nicht ehr vuir eine ewige Absuyungh(?) und Abfredungh, der beschener Swangerungh, derselben Junffer von Linztelloe einß tho geven und gutlichenn tho verrichten, Vieff hundert guite enckte silfferenn Daler, dato duiß … und geve, Tho der gestalt dan, und effect auch seins Mummen aleinige hab und guittere, wat … die weren, und wair die gelegen, unnd betroffenn kunten werden, behafft unnd festlichen veroböigiert tho sein, als solliche pfennungh vurg. mit allen hinder und schaden, der mißbetalung, ann dieselbige seins Mummen hab und guitter thoverhalenn unnd sich genzlichenn, thoerkaveren,
Impfall die selbige pfennunghe, nicht in ihrer Junfferr von Linteloe, ehelicher bestettnuß, oder then lengsten, Seß wochen, daernha, sonder lenger vertoch, erlacht und und verrichtet wurden, Henweder aber gedachte Junffer von Lintellioe und ihr thokommender ehelicher Huißher verpflicht, und festlichen gehaltenen tho sein, tith, so soliche vurbestimpte Vertrages pfennunge, sollen overgetalt werdenn, vuir denn Empfank diß geldes, vuir sich beyden, und ihren Erven irstenn gennochsam Caution, einer schadeloß haltungh, gerurten Mummen und seinen Erffen, tho doinn, hiermit beides seitz, der vurgerurten ihrer gehabter mangell gebrechen und twists, tot allen tiden restlichenn verdragen und guitlich vergeleicht,
und er Mumme, wan ihrer Junffer von Lintelloe aller action und forderungh gentßlichenn enthebt und entledigt tho sein und tho blieven, deren sie Junffer von Lintelloe sich auch tenn bundigsten, aller Rechten unnd gerichteren, eß geschehenn kunte, und muchte,
Dan und nach, wollte begefen, und der vertechen(?) re..tieret hebben, Alsoe dat er Mumme, so inder ihrer Junffer von Lintellohe, .. jedermenlichen, van ihrentwegen, ennigerhande in spierungh, und verhinderungh, sich sall moegenn vereheraiten und ein Ehegemalh tho sich nehmen, deß dann gedachter Junffer von Lintelloe (-- dieweill er Mumme, derselbiger, keiner Eheliger gelobte, unnd treuwe geste..., unnd alle sache up sich genommen hette --) auch vuerletzt, unnd frey tho doin, und tho denn Ehestandt tho griepen, soll offenn und unverbotten sein,
Then lestenn bekante, sie vurgerurte parten v..rder ihnen auch abgeredet und verdragen tho sein, dat soe duiße Recognition und bekentnuß ihres gehaltenen verdrags und guitlicher vergleichungh nicht bundigh genoch, oder unbestendich, und sein effect nicht ergriffen kunte, alßdann solichs vur … ..heit, Geistlichs oder Weltlichs Gerichts, dar sich deß anders, nach Rechte oder gewonheit, eigenn und gebuirhen wollte, tho geschienn, und gestalt wie upstehet, tho … tho versorgen, und tho festen.
Alß .. Ohn Argelist, geferde auch alle bedroh, hier inne gentzlich utgeschl
Tten tho sein, unnd tho blieven, deß in Urkundt der warheit ist unser gemeiner Schepenn Siegell tho Bocholt ter beden der vurgerurter partenn und deß Mumbers vorgeruret ann duisserem Brieff gehangen,ecognoscirt und gegefen in dem Jahre unsers Heren Vieffthenn hundert Ses unde Seßtich, den tweden deß Monatz February."
Diesen Vertrag legte Sophia v. Lintelo erst 17 Jahre später dem Gericht in Bocholt vor und verlangte von Agnes v. Gent, der Witwe des Jasper Mumm, die Zahlung der 500 Taler und die von 510 Talern bisher aufgelaufener Zinsen. Am 27. April 1584 bestätigten der "Statthalter" des Bocholter Gerichts Caspar Mumm, Bürgermeister Henrich Schmießken und Gießbert vam Beinhen, daß "dat angehenckte Siegell, als der Stadt Bocholt oder des Scheffenthumbs Siegel tho Bocholte rechte und wairhe Siegel, noch unverletzt und ungequetzt" sei.
[HStA Düsseldorf, RKG M 1745 I, f.56V]